Vegetarische und vegane Ernährung auf Trekkingtouren

Mich hat vor ein paar Jahren das Wanderfieber gepackt – sogar noch weit bevor ich mich vegetarisch ernährt habe. Früher war alles ganz simpel. Da kam die Salami in den Rucksack und in den Alpenhütten gab es das normale Bergsteigeressen für DAV-Mitglieder. Schwerer ist es durch die neue Ernährung nicht geworden, nur irgendwie anders. Hier ein paar Tipps für alle ein- und umsteigenden Abenteurer.

Camp

Fertige Produkte – Tüte auf und fertig

Die Auswahl ist gar nicht so riesig, aber ein paar fertige, vegane Trekkingmahlzeiten gibt es. Ich hab mich aber schon länger nicht mehr wirklich mit der Thematik auseinander gesetzt, da ich vieles lieber selber mache.

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Die meisten Notrationen sind Vegan und auch bei den fertigen Produkten gibt es mittlerweile 1-2 vegane Varianten mit Soja statt Fleisch. Normales Tüten-Essen geht natürlich auch, wenn man auf die Zutaten achtet.

Eine Liste mit veganen Ourdoorprodukten auf dem deutschen Markt gibt es bei meinem Namensvetter Michael vom Outdoorfoodshop:

Das ist aber nicht immer praktikabel. Wandert man z.B. in den USA, darf man keine Lebensmittel einführen. Hier gilt: Vorher schlau machen und improvisieren – mit den dort vorhandenen Möglichkeiten.

Do it yourself – Vegane Trekkingmahlzeiten

Das Ganze ist viel leichter als man denkt und eigentlich nicht nur für Veganer interessant. Ich kenne sogar viele Fleischesser, die sich ihre Trekkingmahlzeiten, alleine schon aus Kostengründen, selber machen. Das Wichtigste, was man dazu braucht, ist ein Dörrapparat.

doerapparatWarum einen Dörrapparat?

Eine der schwersten Sachen, die man mit sich rumschleppt, ist Wasser. Wenn man das Wasser jetzt seinen Mahlzeiten entzieht, werden sie wesentlich leichter und man erhöht die Haltbarkeit der Sachen. Was will man mehr? Dörrapparate sind nicht teuer und leicht zu bedienen. Ihr könnt euch damit Gemüse, Obst und sogar eigene Soßen für unterwegs zubereiten. Freezerbag Cooking ist das Stichwort, das ihr für Google braucht, um weitere Infos zu kriegen. Sollte großes Interesse bestehen, kann ich das Ganze aber auch hier noch einmal in einem extra Beitrag behandeln.

Alternativen ohne Dörrapparat

Man kann aber auch schon Vieles getrocknet kaufen. Bei mir in den Supermärkten ist die Auswahl zwar nicht nennenswert, aber es gibt ein paar Internetshops, die einem das Ganze, für den Fall das einem einfach mal die Zeit fehlt oder man keine Lust hat,  leichter machen. Auch hier würde ich euch wieder auf den Outdoorfoodshop verweisen. Der Shop führt nämlich auch einzelne Zutaten wie getrocknete Tomaten, Zwiebeln etc.

Es gibt auch die Möglichkeit, Sachen im Backofen oder gar in der Sonne zu trocken. Allerdings kennen ich mich damit überhaupt nicht aus. Wenn ihr aber ein wenig googelt, findet ihr dazu sicher auch ein paar Informationen.

Woher kommen die Kohlenhydrate

Mein persönlicher Favorit für unterwegs ist Couscous. Couscous hat den Vorteil gegenüber Nudeln, dass er, z.B. mit Früchten und Zimt, auch süß schmeckt.

Kalorien, jede Menge Kalorien

Um nach langen Touren nicht total abgemagert zurück zu kommen, muss man genügend Kalorien zuführen. Wenn man im Alltag seine 2000 kcal (natürlich ist das gewichts- und körperabhängig) verbraucht, wird daraus unterwegs schnell das Vielfache und man muss auf einmal 3000-4000 kcal jeden Tag zu sich nehmen. Die erhöhte körperliche Belastung und auch äußere Wettereinflüsse benötigen mehr Energie als ein Abend mit der neuesten Folge Breaking Bad auf dem Sofa.

waageWenn man jetzt also jeden Tag, einen ganzen Monat lang, zwischen 30-40 km mit dem eigenen Hausstand auf dem Rücken zurücklegt, sollte man sich im Klaren darüber sein, dass man eine gute Planung braucht. Mit einen paar Tricks kann man aber dem Gewichtsverlust entgegen wirken. Das sind übrigens nicht mal Probleme, die man wegen der veganen Ernährung hat. Die meisten Thru-Hiker auf dem PCT oder anderen Fernwanderwegen haben damit zu kämpfen.

  • Erdnussbutter – Wenn man Erdnussbutter mag, kann man sie jetzt löffelweise essen – das meine ich absolut wörtlich! Ich hab das schon gemacht und auch sehr viele machen sehen. Häufig werden auch Tortillas mit Erdnussbutter kombiniert
  • Öl – Den Mahlzeiten mehr Öl hinzugeben. Öl hat viele Kalorien. So kommen 100g Olivenöl auf ca. 881 kcal. Jetzt sollte man allerdings nicht zuviel nehmen, denn das kann abführend wirken.
  • Omega-3 Fettsäuren – Chia-, Sesam-, Hanf-, Leinsamen, Nüsse in allen Variationen und Sojabohnen. Das ist alles reich an Omega-3 Fettsäuren und Kalorien. Studentenfutter bietet sich immer an und Sesamsamen kann man gut zu Pasta hinzugeben.
  • Protein – Eure Muskeln freuen sich sicher über zusätzliches Protein und wenn man nichts mehr essen kann, kann man vielleicht noch etwas kalorienreiches trinken. Sojamilchpulver ist eine Möglichkeit. Eine andere ist, Hanfprotein zu den Mahlzeiten zu konsumieren.
  • Alkohol – Klingt komisch und ist eigentlich gar nicht so gesund, aber man kann einen Vorteil nicht leugnen: 1g Alkohol hat 7 kcal. Ein 0,3er Bier sollte zwischen 150-200 kcal haben. Wenn das keine Ausrede ist, um sich bei einem Stadtbesuch mit einem kalten Bier zu belohnen, dann weiß ich auch nicht.
  • Hamstern – Esst vor einer langen Wanderung mehr und legt ein kleines Fettpolster an. Einerseits dehnt ihr euren Magen für die zusätzlichen Kalorien vor und andererseits ist der Bauch hinterher höchstwahrscheinlich auch wieder weg.
  • Viel Essen – Ja das klingt doof und ist eigentlich selbstverständlich, aber das macht wirklich viel aus. Snackt regelmäßig beim Gehen und esst 3 große Mahlzeiten am Tag. Mir fällt sowas immer zu Beginn einer Wanderung sehr schwer. Wenn ich dann mit allem fertig bin, fällt es mir schwer wieder weniger zu essen ;)

Pflanzen am Wegesrand

Das Thema richtig zu behandeln, würde den Rahmen des Artikels sprengen. Außerdem kenne ich mich in diesem Bereich auch viel zu wenig aus. Allerdings hab ich auch schon mal eine Brennesselsuppe gegessen oder einen Salat mit Löwenzahn. Wer sich also mit Pflanzen auskennt und ein wenig kreativ ist, kriegt unterwegs öfters mal etwas Frisches zwischen die Zähne.

Bei Outdoorseiten.net gibt es eine kleine Übersicht über Wildpflanzen. Es gilt aber, dass man sich schon auskennen sollte. Alleine in der Wildnis möchte man ungern krank werden.

Literatur

Hier ein paar Buchtipps zu dem Thema. Wenn ihr etwas empfehlen könnt, würden wir uns über eure Tipps freuen. Falls ihr vielleicht selbst ein Buch zu dem Thema veröffentlicht habt, stellen wir das auch gerne auf unserer Seite vor. Schreibt uns einfach an info@veganunterwegs.de

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