Ernährung auf einer PCT Trekkingtour an der Westküste der USA

Während meiner Wanderung auf dem PCT habe ich mich rein vegan ernährt (Bilder davon sind übrigens auf Facebook zu finden). Alle Infos habe ich also an der Westküste der USA gesammelt und sind nicht immer auf andere Regionen der USA übertragbar, da z.B. die Verbreitung der aufgesuchten Supermarktketten (Ralphs und Rei findet man z.B. eher selten an der Ostküste) mit den entsprechenden Produktpaletten variiert.

Wer mehr Zeit zum Planen und Ausführen vor Ort hat, kann sicher einiges einfacher haben und die Sache entspannter angehen. Ich hatte 2 Tage. Das ist vielleicht nicht die beste Lösung, aber hoffentlich ein interessanter Ansatz, auf dem man aufbauen kann, bevor man sein eigenes Abenteuer startet.

Auf meiner Tour habe ich mich dafür entschieden, Mail Drops zu machen. D.h. ich habe Pakete mit Lebensmitteln und evtl. benötigter Ausrüstung an bestimmte Orte  vorweggeschickt. Auf dem PCT bieten sich dazu Postämter, freiwillige Helfer und auch Unterkünfte in Städten an. Das funktioniert auch auf manch anderem Fernwanderweg in den USA. Etwas mehr Recherche kann das Gepäck also um einiges leichter machen.

pct-startpunkt

 

Frühstück auf Trekkingtouren

Verwendete Lebensmittel:

  • Tortillas
  • Quaker Oatmeal
  • Pop-Tarts
  • Erdnussbutter

Tortillas sind genauso wie Erdnussbutter für alles gut – häufig auch in Kombination. Ich habe es am Anfang häufig versucht, aber ich bin einfach nicht so recht mit der Erdnussbutter warm geworden. Im Gegensatz zu hier findet man auch sehr häufig Weizenvollkorn Tortillas.

Wer es gerne süß mag, also wirklich sehr süß, kann zu ein paar Pop-Tarts Sorten von Kellogs greifen. Nur die “Unfrosted” mit Fruchtgeschmack sind in vielen Fällen vegan. Die ganz bunten mit extra viel Zucker allerdings nicht. Neigt leider dazu, im Rucksack zu zerbröseln.

quakerLieber waren mir immer die fertigen Haferflocken, die es beispielsweise von Quaker in großen Paketen in fast jedem Supermarkt gibt. die sind in verschiedenen Geschmacksrichtungen in veganer Ausführung zu kaufen. Mein Favorit war Maple & Brown Sugar aber das muss wohl jeder für sich selbst entscheiden. Ich hab in der Regel 2 Pakete gefrühstückt mit Wasser. Von anderen Marken gibt es sicher auch vergleichbare Produkte. Das blöde hierbei ist, dass es zwar sehr einfach ist, aber leider recht viel Müll anfällt. Vielleicht ein Aspekt, der sich mit etwas besserer Planung besser lösen lässt.

Hauptmahlzeiten beim Campen

Verwendete Lebensmittel:

  • Tortillas
  • Bohnen mit Reis
  • Kartoffelbrei
  • Couscous
  • Indische Fertiggerichte (z.B. Kitchens of India)

reimitbohnen

Ich habe jede Menge Reis mit Bohnen gegessen, definitiv mehr als mir lieb ist… Die Anzahl an veganen Fertiggerichten hält sich stark in Grenzen. Beim Rei gibt es auch teures veganes Backpacking Food, wobei sie hier leider auch nur das Gericht Reis mit Bohnen im Angebot hatten. Nur halt in teuer. Hat man eine Adresse in den USA, an die man etwas bestellen kann, und genügend Zeit, findet man im Online Shop aber ein bisschen mehr. Was auch gehen sollte, ist sich die Gerichte zu einer Filiale zu bestellen, an der man eh vorbeifährt. Häufig findet man auch fertigen Kartoffelbrei in veganer Variante. Ganz viele Kartoffelbreimischungen sind aber nicht vegan, also vorher einen Blick auf die Zutatenliste werfen.

Tütensoßen wie man sie so aus Deutschland kennt findet man eher selten, was es ein wenig schwerer macht, Gerichte selbst zusammenzustellen. Ansonsten bietet sich natürlich immer Couscous als Grundnahrungsmittel an. Mit etwas Glück findet man auch getrocknetes Gemüse (z.B. im Rei) oder “Nutrional Yeast” wobei es sich um Hefeflocken handelt.

US-Rajma-MasalaKitchens of India hat ein paar vegane Mahlzeiten in der Tüte. Das Problem ist, dass diese recht schwer sind und nicht sehr kalorienreich. Aber sie sind super lecker. Man muss allerdings etwas schärferes Essen mögen. Es gibt 2 verschiedene Gerichte Pindi Chana (Kichererbsen Curry) und Rajma Masala (Rote Kidney Bohnen Curry). Mir sind auch von anderen Herstellern noch vereinzelte indische Gerichte über den Weg gelaufen, die ich allerdings nicht mehr namentlich benennen kann.

Wie immer gilt: Tortillas lassen sich super dazu essen.

Snacks für Unterwegs

Verwendete Lebensmittel:

  • Cliff Bars
  • Müsliriegel
  • Studentenfutter (Trail Mix)
  • Erdnussbutter

choclatechipcliff

Mein am meisten gegessener Snack waren wahrscheinlich die Cliff Bars. Nicht günstig aber ziemlich lecker. Am günstigsten konnte ich mich bei Walmart eindecken in etwas größeren Paketen die im Angebot waren. Alle Cliff Bars sind meines Wissens nach vegan und die Nährwerte sind auch gut für das was man vorhat. Viele andere Hersteller haben auch leckere vegane Riegel, aber die Cliff Bars habe ich am meisten gegessen. Hier ein paar Alternativen: Lärabar, Luna Bar, Pure Bar.

Zu den ganzen Gels, Drops und was es nicht alles gibt, kann ich nicht viel sagen, da ich mich nie ausführlich damit beschäftigt habe und auch nichts Falsches erzählen möchte.

Im Supermarkt findet man häufig Studentenfutter, was bezahlbar und nahrhaft ist. Es sind aber auch unvegane mit Schoko- und Joguhrtdrops dabei, also Augen auf.

Essen in Trailtowns

Ein nicht zu vernachlässigender Punkt: Wenn man durch eine Stadt kommt, bietet es sich an eine warme leckere Mahlzeit zu essen oder, je nach Umweg, sich was für unterwegs einpacken zu lassen. Seid kreativ z.B. Pizza ohne Käse wenn ihr freundlich in Restaurants nachfragt wird sich sicher was machen lassen. Alles was Abwechslungsreich ist und zu schwer für den Trail sehnt man sich nach einer Weile eh herbei.

Gerne packe ich auch einfach etwas Salat ein den ich dann schnell verbrauche oder andere frische Dinge. Außerdem scheine ich abhängig von Avocados zu sein. Das sind natürlich Luxusartikel, was aber manchmal auch moralisch wichtig ist.

canada-mexiko

Zum Abschluss möchte ich mich für die schlechte Bildqualität entschuldigen. Wie ich die Tour letzten März angegangen bin, habe ich nicht gedacht, dass ich die Bilder nochmal brauchen würde. Ich hoffe, ich konnte euch ein wenig weiterhelfen, wenn ihr etwas Ähnliches plant. Etwas allgemeiner hab ich mich schonmal in dem Artikel “Vegetarische und vegane Ernährung auf Trekkingtouren” mit der Thematik befasst. In vegetarischer und teilweise nicht vegetarischer Form habe ich vor ein paar Jahren auch schon Outdoornahrung auf meinem anderen Blog vorgestellt.

2 comments

  1. Hi Michael, wie inspirierend dass du schon auf dem PCT warst. Ich habe vor einigen Wochen einen Roman darüber gelesen – und irgendwann möchte ich da hin. Wenn es denn dann irgendwann mal soweit ist werde ich dich noch mal kontaktieren :-)
    Viele Grüße, Katrin

  2. Maik

    Sehr schön…bin das nächste Jahr auch auf dem PCT und selber auch Vegetarier. Ist auf jedenfall schonmal ein guter Ansatz. Gruss Maik

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