Fit für Unterwegs: Das Nike+ FuelBand SE

So ganz weiß ich ehrlich gesagt nicht, wo ich das hier einkategoriesieren soll. Nike ist weder eine komplett vegane Firma, noch hat das FuelBand irgendetwas mit “unterwegs” zu tun. Wenn man es großzügig auslegt, fällt es vielleicht in den Bereich “Fit halten für unterwegs”. Auf jeden Fall bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass ich Zahlen mag, manchmal einen Tritt in den Hintern brauche und euch davon erzählen möchte.

Quelle: Nike

Quelle: Nike

Was ist ein Nike+ Fuelband?

Im Prinzip handelt es sich um ein Armband mit einem kleinen Display und verschiedenen Sensoren. Es funktioniert ähnlich wie ein Schrittzähler. Man setzt ein Ziel, wie viel man an einem Tag erreichen möchte und das Armband zeichnet die Aktivitäten auf. Am Ende des Tages bekommt man dann angezeigt, ob man sein Ziel erreicht hat oder nicht. Für besondere Leistungen bekommt man Trophäen und manch eine davon ist gar nicht so leicht zu bekommen. Außerdem ist da auch noch dieser Wettkampf mit den eigenen Freunden, die auch ein Nike FuelBand haben. Man will ja doch irgendwie besser sein als die anderen.

Menschen, die wie ich einem Job haben, der sich zu 90% am Schreibtisch abspielt, wird so auch erstmal deutlich, wie wenig sie in 8 Stunden eigentlich wirklich machen. Weder das Telefonieren, Tippen oder das gelegentliche Kaffeeholen aus der zweiten Etage sorgen für große Sprünge des Aktivitätsdiagramms.

Technisch Daten vom Nike+ Fuelband SE

  • Größen: S (147 mm), M/L (172 mm) und XL (197 mm) leicht variable durch Erweiterungsglieder
  • Gewicht: S 27 g; M/L 30 g; XL 32 g; Erweiterungsglieder: 8 mm 2 g, 16 mm 3 g
  • Datenspeicher: reicht für 90 Tage
  • Akkulaufzeit: um die 4 Tage laut Hersteller
  • Sensoren: 3 Achsen Accelerometer, Umgebungslichtsensor
  • Kompatiblität: Windows + Mac; mobile App nur für Apple iOS (ab iPhone 4S o. iPod Touch der 5. Generation)
  • Verbindungsmöglichkeiten: USB, Bluetooth 4.0
  • Lieferumfang: USB-Aufladekabel, Gliedertrenner, Erweiterungsglieder (8 mm und 16 mm)
  • Sonstiges: Wasserabweisend

Nike+ Fuelband auf dem Mac/PC

Man kann das Armband über den im Armband bereits eingebauten USB Stecker an jeden Computer anschließen. Je nachdem wie euer USB-Anschluss liegt, macht es aber Sinn, das mitgelieferte Kabel dazwischen zu stecken, da es ansonsten zu einem Knick im Armband kommen kann. Zusätzlich braucht ihr noch die Nike+ Connect Software, um die Daten in euer Nike+ Profil zu übertragen. Diese gibt es für Windows und Mac OS X. Es darf also jeder mit Nike+ sportlich sein, der kein Linux nutzt.

Die Nike+ Connect Software überträgt die Daten nicht nur ins Internet auf euer Nike+ Profil, sondern ermöglicht es euch auch, euer Fuelband ein wenig anzupassen. Ich möchte z.B. nicht sehen, wie viele Kalorien ich verbraucht habe oder wie viele Schritte ich gegangen bin. Also habe ich diese Punkte ausgeblendet.

Hat man die Daten erst einmal ins Internet übertragen, wird euch bei Nike+ eine Webseite geboten, auf der ihr eure gesamten Aktivitäten für jeden Tag einsehen könnt. Ihr könnt zusätzlich eure Tagesform dazuschreiben. Ansonsten bekommt ihr eure erarbeiteten Trophäen zu sehen, könnt eure Sessions ansehen und bearbeiten und nachsehen ob eure Freunde euch heute schon abgehängt haben.

Nike+ Fuelband auf dem Mobilgerät

nike+handy

Quelle: Nike

Hierzu kann ich euch leider nicht viel erzählen. Ich habe ein iPhone 4 und Kim hat ein HTC One. Niemand von uns hat die Möglichkeit, sein Fuelband mit dem Smartphone zu koppeln. Man kann, wenn man unterwegs ist, darüber leichter Sessions anlegen und diese auch gleich richtig verwalten. Ansonsten kann man natürlich seine Tropähen und die erarbeiteten Fuelpoints in bunt sehen.

Der springende Punkt ist, wir kommen gut mit dem Fuelband klar ohne es mit einem Smartphone zu koppeln. In näherer Zukunft steht bei mir allerdings ein Handy-Upgrade an. Dann kann ich gerne ein paar Erfahrungen ergänzen.

Was sind eigentlich Sessions?

Ich habe jetzt öfters das Wort “Sessions” benutzt, aber was ist damit eigentlich gemeint? Wenn ich jetzt z.B. mit dem Rad zur Arbeit fahre, erhalte ich nur einen Bruchteil der Fuelpoints, als wenn ich die selbe Strecke zu Fuße gehe. Das liegt einfach daran, dass ich beim Gehen meinen Arm mit dem Fuelband mehr bewege, als wenn ich mit der Hand beim Radfahren den Lenker umklammere.

In diesem Fall starte ich einfach eine Session, bevor ich aufs Rad steige und beende sie wieder, wenn ich absteige. Nun kann ich im Nachhinein auf der Webseite im Nike+ Profil Angaben machen, welcher Aktivität ich nachgegangen bin und auch mit welcher Intensität ich diese ausgeführt habe. Hier sollte man natürlich ehrlich zu sich selbst sein, denn man kann jede Session nur einmal von der Intensität her bearbeiten. Das Ganze hat daher viel Potenzial zum Selbstbetrug.

nike+sessions Wenn ihr Sessions richtig einsetzt, könnt ihr eure Fuelpoint-Statistik genauer führen und habt z.B. auch eine Übersicht darüber, wie viele Punkte ihr bei welcher Aktivität erarbeitet hat. Wer Zahlen mag, hat sicher Freude an noch mehr Zahlen und genaueren Zahlen.

Das Nike Fuelband in der Praxis

Ich wandere zwar gerne, viel und lange, aber nach einem ganz normalen Arbeitstag im Büro kann ich mich meistens zu nicht mehr viel motivieren. Das Nike FuelBand ist eine ganz nette Alternative, mit der ich sehen kann, ob ich überhaupt schon genug gemacht habe, um mir das Trägesein zu erlauben. Gerade in der Anfangszeit war ich geschockt, wie wenig ich eigentlich leiste, wenn ich den Arbeitsweg mal nicht mit dem Rad oder zu Fuß zurück gelegt habe.

Man muss ganz klar sagen, dass Leute, die Büroarbeit machen, ziemlich schlecht wegkommen. Kim hat auch ein Fuelband und liegt in der Regel in unserem kleinen Wettkampf um die Fuelpoints vorne, da sie alleine durch ihren Job mehr Bewegung hat, während ich mir nur am Schreibtisch die Haare raufe oder mich verzweifelt auf meinem Bürostuhl drehe.

So manches mal hab ich mich dann hinreißen lassen um nach der Arbeit noch eine Runde mit dem Rad zufahren oder zumindest ein paar Meter spazieren zu gehen um mein Tagesziel zu erreichen. Alles nur damit ich vor meiner Freundin am Ende des Tages nicht ganz so dumm dastehe. Der Kampf um die Fuelpoints macht mit Freunden und Bekannten Spaß und motiviert noch mehr.

Verbesserungsvorschläge für die Zukunft

Schade finde ich die Tatsache, dass man das Nike Fuelband nur wasserabweisend gemacht hat. Laut Aussage von Nike kann man es zwar beim Duschen am Arm lassen, aber vom Schwimmengehen mit dem Fuelband wird abgeraten. Der Dritthersteller Waterfi hat es geschafft, das Fuelband und viele andere technische Geräte komplett wasserdicht zu machen, Nike leider nicht.

Als langjähriger Nutzer von Runkeeper, zum Monitoren meiner “Lauffortschritte”, würde es mich natürlich freuen, wenn ich mein Nike Fuelband irgendwie auch dort integrieren könnte. Es gibt für Programmierer wohl mittlerweile eine API, mit der man arbeiten kann. Bleibt zu hoffen, dass runtastic, runkeeper und wie sie nicht alle heißen davon auch Gebrauch machen.

Mit dem FuelBand SE wurde angekündigt, dass sich auch der Schlaf aufzeichnen lassen soll. Die Konkurrenz macht dieses teilweise auch schon länger. In Gewisser Weise ist die Aussage von Nike auch richtig. Ich kann mit Hilfe einer Session festhalten wie lange ich geschlafen habe, aber das war es auch schon. Interessanter wären Aussagen über die Schlafqualität und die REM Phasen.

An und für sich fühlt sich das Nike+ System noch nicht wirklich ausgereift an. So gibt es z.B. eine Laufapp von Nike, in der man auch Fuelpoints sammeln kann und viele weitere Accessoirs von Nike wie z.B. eine GPS Uhr. Das Nonplusultra wäre, dass die aufgezeichneten Daten der App mit den Aufzeichnungen des Fuelbands verrechnet werden. Nach dem Prinzip Michael war laufen zwischen 13:00 und 13:30 – in der Zeit rechnen wir nicht mit den Daten vom Fuelband. Wir nehmen stattdessen die GPS Daten der App, welche durch das zusätzliche Höhenprofil und die Geschwindigkeitsdaten wahrscheinlich eine genauere Grundlage zur Berechnung darstellt.  Das ist leider nicht so. Stattdessen sammelt man einfach 2x Fuelpoints einmal mit dem Band und einmal in der Laufapp und beides sind andere “Fuelpointkonten”

Mein Fazit zum Nike+ FuelBand SE

Ich bin sehr angetan und kann das FuelBand erstmal nur empfehlen. Perfekt ist es sicher nicht und die Konkurrenz in manchen Bereichen vielleicht auch schon weiter. Das Fuelband ist eine nette Spielerei für alle, die gerne das Gefühl haben, Sachen zu schaffen und ein wenig Motivation brauchen. Wer eisern trainiert und regelmäßig laufen geht, der hat seinen Schweinehund schon fertig gemacht, und braucht das technische Spielzeug meiner Meinung nach nicht.

Das Design des Fuelbands und die Verarbeitung sprechen mich persönlich an. Ich find es schön schlicht und unauffällig und könnte mir auch vorstellen etwas ähnlich designtes auch nur als Uhrersatz zu tragen. Das Display lässt mit seiner Darstellung bei mir keine Wünsche offen. Die Akkulaufzeit ist mir sehr positiv aufgefallen. Nicht einmal hab ich die Batterie komplett entleeren können. Das liegt aber auch sicher am fast täglichen synchronisieren der Daten.

Das einzige was mich am Handling stört ist, dass ich das Band nicht an der rechten Hand tragen kann. Durch meine Arbeit am Computer ist das Fuelband mit dem Verschluss an der Unterseite manchmal ein wenig störend beim Bedienen einer Maus.

Ich denke, dass es am Ende darauf ankommt, welches von den Fitnessarmbändern im Bekanntenkreis am meisten benutzt wird. Denn nur, wenn man sich mit anderen messen kann, kommt der Motivationsfaktor richtig zur Geltung.

Bezugsquellen

Am günstigstens gibt es das Band meines Wissens nach übrigens direkt bei Nike selbst. Bei Amazon hingegen ist man statt der 139 € von Nike schnell mal 180 € los. Mit eBay-Käufen und dubiosen Shops wäre ich ersteinmal sehr vorsichtig, da sich das Vorgängermodell und das Fuelband SE optisch auf den ersten Blick gar nicht auseinander halten lassen.

Ein Blick über den Tellerrand

Das Nike+ Fuelband ist übrigens auch nur eines von vielen. Mein kleiner Bruder hat ein FitBit, Garmin hat kurz nach Weihnachten erst das vívofit auf den Markt gebracht und ansonsten fällt mir noch das Jawbone Up ein. Der Makt ist also hart umkämpft. Wenn ihr euch auch für die Alternativen zum Fuelband interessiert, macht euch in den Kommentaren für eine Artikelserie zu dem Thema stark.

2 comments

  1. Danke für das ehrliche Review. Für den Fall, dass ich mir auch mal so ein Teil zulegen sollte, währe es mir auch wichtig das als Uhr nutzen zu können. Man will sich ja schließlich nicht den ganzen Arm mit Gadgets voll hängen.
    Was mich interessiert, da ich da keine eindeutige Infos zu finden konnte, währe die notwendige Internetanbindung. Ist es möglich das Gerät (sinnvoll) zu nutzen, ohne seine Daten über eine Onlineplattform auswerten zu müssen? Quasi nur auf dem heimischen PC oder in einer App? Ich seh das einfach kritisch, einem Unternehmen neben meinen Nutzerdaten auch noch mein komplettes Aktivitätsprofil zu überlassen.

    Viele Grüße,
    Basti

    • Michael

      Also man kann das Fuelband auch als Uhr, Schrittzähler und Kalorienzähler nutzen. Die Internetverbindung und die Datenübertragung zu Nike ist leider nicht zu umgehen. Wenn ich mich recht erinnere war das Anlegen eines Nike Fuel Accounts eine der ersten Sachen, die ich nach dem Auspacken machen musste. Es gibt auch keine Möglichkeit, aufgenommene Daten zu exportieren, um sie danach vielleicht selbst in Excel o.Ä. zu benutzen.

      Ich bin mir nicht ganz sicher, aber glaube dass auch keiner der Konkurrenten Offlinesupport bietet. FitBit hat seine eigene Onlineplattform, Garmin nimmt das hauseigene Garmin Connect.

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